Der Held ist laut Duden ein „durch große und kühne Taten besonders in Kampf und Krieg sich auszeichnender Mann edler Abkunft (um den Mythen und Sagen entstanden sind)“ oder eine „männliche Person, die sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Krieg auszeichnet und durch ihr Verhalten zum Vorbild [gemacht] wird“. Verweist das maskuline Substantiv des Helden ausschließlich auf die männliche Natur mit martialischen Absichten?
Der Duden bietet noch eine dritte Auslegung an: Der Held als „männliche Person, die sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihr Bewunderung einträgt“. So zeichnet sich der Held in Literatur, Theater und Film nicht unbedingt durch Übermacht, Unfehlbarkeit und Unbesiegbarkeit aus – es ist die Hauptfigur, die zahlreiche Herausforderungen und Rückschläge mutig zu bewältigen hat, ohne Gewähr auf ein Happy End.
„Der Held ist deshalb ein Mensch, ob Mann oder Frau, der fähig war, sich über seine persönlichen und örtlich-historischen Grenzen hinauszukämpfen zu den allgemein gültigen, eigentlich menschlichen Formen. Seine Visionen, Ideen und Eingebungen kommen unverdorben von den Urquellen menschlichen Lebens und Denkens.“ (Campbell 2018: 31 f.).
Dabei durchläuft die Person nach Joseph Campbell die Stationen einer Heldenreise, wie wir sie aus zahlreichen Mythen, Romanen und Filmen, zum Beispiel in Der Herr der Ringe sowie Harry Potter, oder auch aus Videospielen kennen.

(Quelle: https://storyanalyse.de/blog/aufbau/heldenreise/)
Einer meiner persönlichen Helden des Schauspiels ist Alexander Held. Zum ersten Mal kann er in diesem Jahr am 19. Oktober nicht mehr seinen Geburtstag feiern – er starb im Mai dieses Jahres. Ein großer Verlust, da er sowohl das tragische als auch das komödiantische Fach mit einer außergewöhnlichen Qualität bedienen konnte. Er brillierte in Tannbach – Schicksal eines Dorfes oder Sophie Scholl – Die letzten Tage mit historischen Bezügen, genauso wie in Der Schuh des Manitu und vielen anderen Filmen. Unvergesslich bleibt mir Alexander Held vor allem als schrullig-schräger Hauptkommissar Ludwig Schaller in der Serie München Mord in Erinnerung – ein Genuss zum Niederknien, weit über sein Gelbwurst-Faible hinaus.
In der ZDF-Mediathek ist derzeit die letzte Folge „Das Recht auf Glück“ mit ihm zu sehen. Ich werde sie melancholisch feiern – nicht ohne das obligatorische Radl Gelbwurscht.
Literatur:
Campbell, Joseph (2018): Der Heros in tausend Gestalten, 4. Auflage. Berlin: Insel.
Duden (o. D.): Held [online]. https://www.duden.de/rechtschreibung/Held_Held_Recke#google_vignette [abgerufen am 05.09.2026]