So is des im Lebn: Zerst is‘ schee, dann is auf amoi ois vorbei…“
„Vor kurzer Zeit wurden die Münchner Geschichten im Fernsehen wiederholt. Ich war verblüfft, wie wenig ich mich jetzt mit diesem jungen Tscharlie identifizieren konnte. Es war, als ob man als Erwachsener seine Kinderfotos im Album betrachtet. Er war ein anderer Mensch. Aber sein Verhalten, seine Logik und seinen Kampf gegen Autoritäten kann ich heute noch genauso nachvollziehen und verstehen wie damals […]. Einmal Tscharlie, immer Tscharlie“
(Halmer 2017: 362 f.)
„Als Schauspieler unterbeschäftigt oder gar weg vom Fenster war Halmer in den 60 Jahren seines Berufslebens nie. Vom ‚Tatort‘ über das ‚Traumschiff‘ bis hin zu Weihnachts-, Liebes- und Familienkomödien auch der seichteren Art war der raubeinige Charmeur mit dem Dackelblick in den unterschiedlichsten Genres als eigenwilliger Charakter einsatzbereit. Er verkörperte Kommissare, Ehemänner, Herzensbrecher, demenzkranke Eigenbrötler, notorische Griesgrame, störrische Zwiderwurzn. Halmer war da pragmatisch und wählte Rollen auch mal nach schönen Drehorten aus. Es musste nicht unbedingt Arthouse sein. Aber auf Wahrhaftigkeit im Spiel legte er größten Wert.“
(Dössel 2026)
Literatur:
Dössel, Christine (2026): Nachruf. Servus, Tscharlie. In: Süddeutsche Zeitung [online]: www.sz.de/li.3482381 [abgerufen: 15.05.2026]
Halmer, Günther Maria (2017): Fliegen kann jeder. Ansichten eines Widerborstigen. München: C. Bertelsmann.
Bild: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons